
Der Kreistag folgte der Empfehlung des Strukturgutachtens und beschloss eine Zwei-Standort-Lösung für die neue Struktur des GLKN. Ein Klinikstandort wird das Klinikum Konstanz und der Neubau in „Singen Nordstadt“ sein.
Warum braucht es überhaupt einen Neubau? Reicht Sanieren nicht aus?
Das in diesem Zuge beauftragte Sanierungsgutachten kam zu dem Ergebnis, dass eine Sanierung des bestehenden Hegau-Bodensee-Klinikums Singen mit geschätzten Kosten von rund 306 Millionen Euro verbunden wäre. Darüber hinaus wäre die Finanzierungsquote des Landes deutlich geringer. Die Umsetzung der Sanierungsmaßnahmen wäre zudem nur unter erheblichen Beeinträchtigungen des laufenden Klinikbetriebs möglich. Durch eine solche Sanierung würde zudem keine Verbesserung des medizinischen Versorgungsangebots oder der Arbeitsbedingungen erreicht. Dadurch könnten lediglich für maximal 30 Jahre annehmbare Verhältnisse vor Ort aufrechterhalten werden.
Ein aktuelles Gutachten und TÜV-Prüfungen stellten erhebliche Mängel in Bau, Elektrik und Brandschutz des Radolfzeller Krankenhauses fest. Nur durch eine Kernsanierung des Gebäudes mit Kosten von mindestens 92,5 Millionen Euro wäre es denkbar, den Betrieb dort weiterzuführen. Als moderner Klinikstandort für die Zukunft eignet sich das Krankenhaus Radolfzell daher nicht.
Da sich keines der bestehenden Gebäude als zukunftssicherer Klinikstandort eignet, ist ein sicherer, nachhaltigerer und ressourcenschonenender Neubau nach aktuellen Standards sinnvoll.
Aktuelle Planungen
Geplant ist eine Nutzfläche von 46.651 Quadratmeter für die Bereiche Diagnostik, Therapie, Pflege, allgemeine Dienste (Cafeteria, Kiosk, Personalräume), Krankenhausmanagement, die Ver- und Entsorgung und weitere Einrichtungen, wie zum Beispiel der Rettungsdienst. Die Bettenzahl des neuen Klinikums beträgt nach Fertigstellung 457 Betten. Ebenfalls soll ein Medizincampus entstehen, auch mit nicht medizinischem Angebot, wie zum Beispiel Personalwohnraum, Gastronomie und Kitaplätzen. Die Kosten werden auf etwa 470 Millionen Euro geschätzt. Obwohl dies eine hohe Summe ist, sind die derzeitigen jährlichen Kosten umgerechnet höher, falls keine Änderungen vorgenommen werden. Dadurch würde der Standort an Attraktivität verlieren und sich wirtschaftlich immer schwerer tragen. Das
würde die finanzielle Lage weiter verschlechtern – und langfristig könnte sogar die kommunale Trägerschaft in Frage stehen.
Was sind die Vorteile eines Neubaus?
Ein Klinikneubau bietet viele Vorteile: Er schafft moderne Räume und technische Ausstattung nach aktuellem medizinischem Standard, verbessert Abläufe und erhöht die Patientensicherheit. Gleichzeitig entstehen attraktivere Arbeitsbedingungen für Ärztinnen, Ärzte und Pflegekräfte, was gerade mit Blick auf den Fachkräftemangel wichtig ist. Durch energieeffiziente Bauweise und klare Strukturen verursacht ein Neubau zudem geringere Betriebskosten als ein Standort mit zeitlich überholter Technikausstattung. Insgesamt sorgt er langfristig dafür, dass die medizinische Versorgung zukunftssicher, qualitativ hochwertig und dauerhaft stabil bleibt.
An welchem Standort wird gebaut?
Anhand eines sorgsam und unter Einbeziehung der Öffentlichkeit erarbeiteten Kriterienkataloges wurde ein geeignetes Grundstück für das neue Krankenhaus gesucht. Eine zentrale Lage im Landkreis, eine gute Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr sowie Aspekte des Natur- und Klimaschutzes sind nur einige der vielen Faktoren, die in die Entscheidung mit einbezogen wurde. Der Standort Singen Nordstadt wurde nach einer umfassenden Prüfung mehrerer möglicher Grundstücke ausgewählt.
Unter Öffentlichkeitsbeteiligung erfahren sie mehr über die Einbindung der Bevölkerung in diesem Projekt. Einen Überblick über die nächsten Schritte auf dem Weg zum neuen Krankenhaus bietet der Zeitstrahl.
Sie haben eine Frage dazu?
Sie können Fragen auch anonym stellen, ohne Angabe Ihres Namens oder einer E-Mailadresse.
